Plötzlich fehlt ständig jemand.

Mal zwei Tage. Mal eine Woche. Mal morgens kurz vor Arbeitsbeginn.

Und ehe man sich versieht, dreht sich alles nur noch darum, wer einspringt. Wer fehlt diesmal?

Aus Führung wird Lückenstopfen.

Und irgendwann fragt man sich, was zum Henker mit den Leuten nicht stimmt.

Ich frage mich in solchen Situationen immer, was dahinter steckt.

Denn nach meiner Erfahrung sind hohe Fehlzeiten selten einfach ein Personalproblem. Sie sind meistens ein Signal. Und zwar eines, das schon eine Weile gesendet wurde.

Mitarbeitende, die häufig fehlen, reagieren oft auf etwas. Auf Strukturen, die sie belasten. Auf ein System, das ihnen nicht gerecht wird. Auf ein Umfeld, in dem sie sich nicht gesehen fühlen.

Das Verhalten ist sichtbar. Was dahinter steckt, meist nicht.

Fragen zur Führung

An dieser Stelle beantworte ich jede Woche eine Frage aus meinen Trainings und Coachings. Wenn Ihr auch eine Frage zu Führung habt, schreibt mir an:

„Ich weiß langsam nicht mehr, wem ich überhaupt noch glauben soll. Kaum wird es stressig, ist wieder jemand krank.“

Das irritiert und dadurch schwindet Dein Vertrauen. Und was sicher noch viel einschneidender für Dich ist, Du verlierst das Gefühl, Einfluss nehmen zu können.

Aber warum verlierst Du diesen Einfluss? Einfluss geht nicht erst dann verloren, wenn jemand krank wird. 

Dein Einfluss schwindet in dem Moment, wo Deine Aufmerksamkeit den Mitarbeitenden gegenüber schwindet.

Wenn sie das Gefühl haben nicht gesehen zu werden. 

Wenn Menschen das Gefühl haben, sie sind dem Unternehmen egal, wird ihnen das Unternehmen egal.

Auf den Punkt gebracht:

Wer erst bei der Krankmeldung beginnt hinzusehen, ist meistens schon zu spät dran.

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