Gute Laune kann bei Gehaltsverhandlungen Gold, beziehungsweise Geld wert sein. Vorausgesetzt, die gute Laune sitzt auf der entscheidenden Seite des Tisches.

Gehälter entstehen in vielen Unternehmen nicht nach einer klaren Logik, sondern in Situationen.

Der eine erwischt einen guten Zeitpunkt. Beim anderen sitzt gerade eine größere Investition im Nacken. Die nächste fordert hartnäckig. Und dann ist da noch der Kollege, bei dem man unbedingt verhindern will, dass er geht.

Jede einzelne Entscheidung lässt sich in diesem Moment glasklar erklären.

Erst in der Summe kommt es dicke.

Denn aus vielen nachvollziehbaren Einzelentscheidungen wird über die Jahre ein Gehaltsgefüge, das nicht mehr klar nachvollziehbar ist.
Und das ist nicht eben die beste Ausgangslage für den höchsten Kostenposten im Laden.

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30 Minuten für Dein Thema. Danach weißt Du, wo der Hebel liegt und wir beide, ob wir ihn gemeinsam umlegen wollen:

„Ich habe eine Jungmeisterin, die wirklich brillant ist. Neulich kam sie mit einer Gehaltsforderung, die mir die Schuhe ausgezogen hat. Die will tatsächlich so viel wie unser langjähriger Laborleiter. Der ist zwar nicht mehr so auf Zack wie früher, aber trotzdem, das kann ich doch nicht machen.“

Warum eigentlich nicht?

Was spricht denn aus Deiner Sicht gegen das gleiche Gehalt?

Dass sie jünger ist, kürzer im Unternehmen?
Wenn Gehalt über Jahre wächst, die Leistung aber irgendwann ihr Plateau erreicht, entsteht zwangsläufig der Punkt , an dem beides nicht mehr sauber zusammenpasst.

Und mit denen, die gerade richtig „auf Zack“ sind, wird dann besonders hart verhandelt.

Das ist Ausgleich an der falschen Stelle.

Gehalt braucht mehr als Verhandlungsgeschick und Bauchgefühl. Es braucht einen Rahmen, der Leistung, Verantwortung und Entwicklung nachvollziehbar macht. Für alle.

Auf den Punkt gebracht:

Treuepunkte gehören ins Bonusprogramm.

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