Wenn Mitarbeitende nicht tun, was ihre Führungskraft sagt, denken die meisten zuerst an formale Ursachen. War die Ansage deutlich genug? Waren die Erwartungen an die ausführende Person klar formuliert?

Das ist ein wichtiger Aspekt. Ohne formale Klarheit kein reibungsloser Ablauf. Manchmal ist das schon die Lösung. Aber es kann auch sein, dass die Ansage glasklar ist und trotzdem nichts  passiert.

Dann lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Ich frage mich in solchen Fällen, ob die Führungskraft überhaupt als solche vom Team akzeptiert wird.

Das kommt häufiger vor, als man denkt. Und es geht hier nicht um mangelnde Fachkompetenz der Führungskraft. Fachkompetenz ist nicht gleich Führungskompetenz, beziehungsweise kann sie nicht ersetzen.

Führungsakzeptanz bedeutet: Meine Autorität wird anerkannt. Und diese Anerkennung kann nicht verordnet werden. Kein Vorgesetzter, kein Organigramm, kein Beschluss. Sie kommt ausschließlich von den Menschen, die ich führe.

Das ist unbequem. Denn es bedeutet, dass ich als Führungskraft nicht einfach bestimmen kann, ob ich akzeptiert werde. Ich kann nur die Bedingungen schaffen, unter denen Akzeptanz entstehen kann.

Und die entstehen in der Beziehung zueinander.

Fragen zur Führung

An dieser Stelle beantworte ich jede Woche eine Frage aus meinen Trainings und Coachings. Wenn Ihr auch eine Frage zu Führung habt, schreibt mir an:

„Ich habe eine Mitarbeiterin, die meine Anweisungen immer total freundlich aufnimmt und sich sogar Notizen zu Art und Zeitraum der Ausführung macht. Und trotzdem werden die Sachen häufig mit fadenscheinigen Ausflüchten begründet nicht erledigt. Wie kann ich sie dazu bringen, zu machen, was ich möchte?“

Ich kann mir in diesem Fall gut vorstellen, dass die Art der Ansprache nicht stimmt. Und wenn die nicht stimmt, fällt es ungemein schwer, die Autorität dahinter zu akzeptieren.

Menschen reagieren nicht nur auf Inhalte. Vor allem reagieren sie darauf, ob sie sich darin wiederfinden.

Ein Beispiel:

Jemand definiert sich stark über Status, Wirkung, Besonderheit.
Und bekommt von mir zu hören:

„Mach das bitte, ich trau Dir das zu.“

Aber was beim Gegenüber ankommt ist, Du brauchst Zuspruch.

Das kratzt am Selbstbild. So eine Aufgabe ist nicht attraktiv, tut nichts für diesen Menschen. Und wird liegen gelassen. 

Sage ich stattdessen:

„Du bist der Einzige, der das auf dem Niveau hinbekommt.“

…entsteht etwas völlig anderes.
Der gleiche Auftrag trifft plötzlich auf ein passendes Selbstbild.
Er wird umgesetzt, und zwar perfekt.


Das Spannende daran ist, wer das Selbstbild eines Menschen erkennt und anspricht, erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit von Umsetzung, sondern stärkt gleichzeitig die Beziehung.

Und wenn Menschen das Gefühl haben, erkannt und verstanden zu werden, fördert das wiederum die Bereitschaft, dieser Person auch Autorität zu verleihen.

Auf den Punkt gebracht:

Menschen folgen nicht nur der Aufgabe. Sie folgen dem Bild, das sie von sich selbst haben. Wer das beherzigt, führt.

Tauchen Sie ein!

Abonnieren Sie meinen Newsletter und erhalten Sie jeden Monat kompakte Impulse zu Leadership
Excellence.

Infos zum Datenschutz: Datenschutzerklärung