„Die nehmen mich nicht ernst.“
Diesen Satz habe ich alleine letzte Woche mindestens fünfmal gehört. Oft kommt er von Führungskräften, die eine Nachfolge antreten. Sei es in einer Abteilung, oder im Unternehmen.
Plötzlich sind da Mitarbeitende, die einen schon als Kind kannten. Oder als Azubi. Oder als „den Sohn vom Chef“.
Und auf einmal soll man diese Leute führen.
Oft reagieren die „Neu-Führungskräfte“ mit mehr Kontrolle, mehr Druck und mehr Präsenz.
Oder sie ziehen sich eher zurück.
Beides ist ein Zeichen von Unsicherheit. Und das spürt das Team sofort.
Interessanterweise ist das Problem nicht mangelnder Respekt, sondern es ist ungeklärte Autorität.
Und das ist brandgefährlich. Denn wenn Führung nicht eindeutig ist, entstehen informelle Machtzentren. Und das verunsichert immer weiter, macht langsam und fehleranfällig. Die Abteilung. Das Unternehmen. Und das kostet Geld.

Fragen zur Führung
An dieser Stelle beantworte ich jede Woche eine Frage aus meinen Trainings und Coachings. Wenn Ihr auch eine Frage zu Führung habt, schreibt mir an:
Wie kann ich mich bei meinem Team durchsetzen, ohne autoritär rüberzukommen?
Viele Menschen verwechseln Autorität mit Härte.
Oder mit Lautstärke.
Oder mit ständiger Kontrolle.
Autorität entsteht aber nicht durch Druck.
Sie entsteht durch Klarheit.
Dabei sind drei Dinge entscheidend:
- Rolle vor Beziehung
Wenn Deine Rolle unklar ist, rettet Dich keine gute Beziehung. Sage klar, wofür Du zuständig bist, und wofür nicht. - Entscheidung vor Harmonie
Wer es allen recht machen will, verliert an Führungskraft. Entscheidungen dürfen unbequem sein. Unklarheit ist unbequemer. - Konsequenz vor Beliebtheit
Wenn Du Regeln setzt, halte sie selbst ein. Und halte andere daran.
Auf den Punkt gebracht:
Autorität ist kein Persönlichkeitsmerkmal. Sie ist ein Verhalten. Und das ist gestaltbar.

