In vielen Unternehmen, in die ich komme, um Führungskräfte bei Ihrer Führungsarbeit zu unterstützen, höre ich den Satz von den Führungskräften dort: „Erst mal abwarten, was der Chef sagt.“ Alternativ: „Wir haben das und das vorgeschlagen, aber der Chef hat es nicht umgesetzt.“
Und hier offenbaren sich zwei elementare Missverständnisse über Führung.
Missverständnis 1: „Ich warte, bis der Chef entscheidet. Dann setze ich um.“
Das Problem dabei ist, dass das keine Führung ist. Das ist Ausführung.
Führung bedeutet gestalten. Nicht abwarten.
Wenn Du wartest, was der Chef sagt, gestaltet der Chef.
Missverständnis 2: „Wir haben das vorgeschlagen, aber der Chef hat es nicht gemacht.“
Aber wer sich selbst nicht bewegt, bewegt auch andere nicht.
Vorschlag machen ≠ gestalten
Vorschlag machen = Appell
Appelle bewegen niemanden. Die Initiative zur Bewegung liegt bei Dir.
Du fängst an. Du gestaltest. Du zeigst, dass es funktioniert.
Und dann bewegt sich auch der Chef ☺️

Fragen zur Führung
An dieser Stelle beantworte ich jede Woche eine Frage aus meinen Trainings und Coachings. Wenn Ihr auch eine Frage zu Führung habt, schreibt mir an:
„DIE Arbeit kann ich nicht auch noch machen, ich bin am Limit.“
Kennst Du das?
Dein Team schreit „Stop!“ Termine werden knapp, Überstunden häufen sich, die Stimmung ist im Keller und alle wünschen sich zusätzliche Kollegen.
Gefühlt passiert das in jedem Labor. Aber nicht in jedem Labor spiegelt die Bilanz die Auslastung im Labor wider.
Woran liegt das?
Es gibt drei Dinge, die sich wie „am Limit“ anfühlen, es aber nicht sind:
- Unklare Prozesse
- Jede Arbeit hat einen Termin (alle sind „dringend“)
- Täglich kommen unvorhersehbare Reparaturen rein
- Keiner weiß, wer die Reparaturen macht
- Keiner weiß, was wirklich Priorität hat
Das Ergebnis ist Chaos. Und fühlt sich an wie am Limit.
Aber es ist nicht die Auslastung, sondern fehlendes Prozessmanagement.
2. Unklare Rollen
- Keiner weiß genau, wer wofür verantwortlich ist
- Aufgaben werden hin- und hergeschoben
Das Ergebnis sind Frustration und Konflikte. Und fühlt sich an wie am Limit.
Aber es ist nicht die Auslastung, sondern Rollenunklarheit.
3. Eigene Interessen
Die einen glauben, sie arbeiten mehr, als andere, die anderen glauben, sie machen weniger „wertige“ Arbeiten als andere. Und beide schreien nein, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, wenn noch etwas reinkommt.
Dabei geht es um wahrgenommene Ungerechtigkeit, mit Aus- oder Überlastung hat es nichts zu tun.
Auf den Punkt gebracht:
Überlastung ist oft ein Struktur-, kein Personalproblem.

