Ganz oft höre ich in meinen Coachings, dass die Führungskräfte monieren, von ihren Vorgesetzten nicht auf Augenhöhe behandelt zu werden.

Was dabei fast immer übersehen wird, ist, dass Augenhöhe nicht verliehen wird. Es ist keine Bringschuld.

Augenhöhe entsteht im eigenen Verhalten.

Wer Konflikte vermeidet, Entscheidungen ständig absichert, wer Verantwortung nach oben oder außen delegiert, signalisiert ungewollt Unsicherheit.

Und Unsicherheit wird nicht mit Augenhöhe assoziiert.

Der Punkt ist, dass Augenhöhe nicht durch die Forderung danach entsteht, sondern durch die eigene Positionierung.

Führungskräfte, die auf Augenhöhe wahrgenommen werden wollen, müssen drei Dinge sichtbar machen:

  1. Entscheidungsfähigkeit
    Denn wer Entscheidungen ständig absichert, signalisiert Unsicherheit.
  2. Verantwortung
    Denn wer Verantwortung nach oben delegiert, stellt sich automatisch eine Stufe tiefer.
  3. Klarheit in Konflikten
    Denn Augenhöhe zeigt sich besonders dann, wenn Interessen auseinander gehen.

Fragen zur Führung

An dieser Stelle beantworte ich jede Woche eine Frage aus meinen Trainings und Coachings. Wenn Ihr auch eine Frage zu Führung habt, schreibt mir an:

„Wie verschaffe ich mir mehr Respekt von meinem Chef?“

Darauf gibt es keine leichte Lösung, denn Respekt lässt sich nicht einfordern.

Respekt ist der Bruder von Augenhöhe und  entsteht aus dem Verhalten.

Oft ist es so, dass Mitarbeiter den Konsens suchen, Konflikte vermeiden wollen und sehr viel Einsatz zeigen. Sieh her, lieber Chef, liebe Chefin, ich bin der Leistungsträger, auf den Du Dich immer verlassen kannst.

Das freut die Chefin, ringt ihr aber keinen Respekt ab.

Respekt entsteht durch andere Dinge.

Zum Beispiel durch klar positionierte Entscheidungen.
Führungskräfte, die sagen: Ich empfehle diese Lösung und übernehme die Verantwortung dafür.“ werden anders wahrgenommen, als jemand, der um Zustimmung bittet.

Wer Verantwortung trägt, wird automatisch ernster genommen.

Und Respekt entsteht auch durch Widerspruch. Nicht aus Opposition, sondern aus Verantwortung für die Sache.
Wer seine Position begründet vertreten kann, auch wenn sie nicht der ersten Einstellung des Chefs entspricht, wird anders wahrgenommen, als jemand, der schnell zustimmt.

Auf den Punkt gebracht:

Augenhöhe wird nicht verliehen. Und Respekt auch nicht.

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