„Bei uns in der Abteilung bin ich für die einfachen Arbeiten zuständig. Die Sachen, bei denen nicht viel schiefgehen kann.
Und bei bestimmten Kunden darf ich sowieso nicht ran.
Vor einiger Zeit habe ich meinen Teamleiter darauf angesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass ich gerne mehr Verantwortung übernehmen würde, mal die großen Sachen machen, Teleskope und so. Dass ich mir das zutraue.
Aber vermeinte, ich sei noch nicht so weit. Wenn ich größere Sachen machen wolle, könne ich ihm ja mal anfangen, ihm über die Schulter schauen und lernen.
Ganz ehrlich? Was soll ich da lernen? Ich mache diesen Job doch nicht erst seit gestern.
Mittlerweile habe ich ehrlich gesagt auch kaum noch Lust auf die Aufgaben, die jeden Tag auf meinem Tisch landen.
Immer der gleiche „Kleinkram“. Und da ist irgendwie mittlerweile auch der Wurm drin.
Neulich habe ich zum dritten Mal einen blöden Fehler gemacht, der mir früher nie passiert wäre.
Und mein Teamleiter? Hat gelächelt und gesagt: “Siehst du? Genau deshalb bist du noch nicht so weit.“
Echt jetzt?“

Antworten zur Führung
Wenn Du Dich darin wieder erkennst – ich bin da:
„Bei mir in der Abteilung sitzt ein Mitarbeiter, der unbedingt die anspruchsvolleren Arbeiten übernehmen möchte.
Eigentlich müsste ich mich darüber freuen. Schließlich brauche ich dringend mehr Entlastung.
Leider überschätzt sich der Kollege kolossal.
Die Arbeiten, die er macht, laufen nicht immer sauber. Es muss oft nachgearbeitet, oder gar wiederholt werden. Und von der Ästhetik will ich gar nicht erst anfangen.
Ich habe ihm angeboten, sich bei mir mehr abzuschauen. Mehr zu lernen, mehr Erfahrung zu sammeln. Mehr kann ich bei dem knappen Zeitmanagement einfach nicht machen. Außerdem bin ich ja nicht der Ausbilder hier.
Das wollte er nicht, ist jetzt total „verschnupft“.
Aber was soll ich denn machen? Wenn ich ihm die großen Arbeiten überlasse und etwas schiefgeht, landet das Problem am Ende wieder auf meinem Tisch. Und ich muss dann dafür auch noch den Kopf hinhalten.
Das ist mir zu heikel. Also mache ich die großen Sachen lieber selbst.
Das kostet Zeit, die ich oft nicht habe. Aber wenigstens weiß ich dann, dass es richtig gemacht wird.“
Auf den Punkt gebracht:
Beide haben recht. Und keiner kommt weiter.

