4. Folge Militärische Adaption – Lead from the Front
Es gibt einen Unterschied zwischen Führung und Management.
Manager sagen: „Macht das.“
Führungskräfte sagen: „Wir machen das.“
Alexander der Große war bei jeder Schlacht an vorderster Front. Mitten im Kampf. Neben seinen Soldaten.
Eines Tages fragte einer seiner Generäle ihn: „Warum riskierst Du Dein Leben? Du bist der König!“
Alexander antwortete: „Wie soll ich meine Männer bitten, ihr Leben zu geben, wenn ich selbst im Zelt bleibe?“ Er wusste, wer Gefolgschaft will, muss vorangehen, nicht hinterherschicken.
Das Militär hat dafür einen Begriff: Lead from the Front, also führen von vorne.
Diese Philosophie hat im modernen Militär durch sogenannte Special-Force-Kommandeure Eingang gefunden.
Sie springen mit ihrem Team ab.
Sie tauchen mit ihnen.
Sie marschieren mit ihnen.
Nicht einen Schritt hinter ihnen, einen Schritt voraus.
Denn niemand wird folgen, oder folgen wollen, wenn der Vorgesetzte sagt: „Spring Du mal, ich schaue zu.“
Es ist einfach so, dass Führungskräfte, die „Wasser predigen und Wein trinken“, an Glaubwürdigkeit verlieren.
Und das haben wir doch alle schon erlebt.
Der Chef, der Kostenbewusstsein predigt und Business Class fliegt, während das Team in der „Holzklasse“ sitzt.
Die Führungskraft, die Überstunden erwartet, aber selbst um 16 Uhr geht.
Und nicht zuletzt der Manager, der Teamarbeit verlangt, aber selbst nie im Team auftaucht.
Das Team sind die anderen. Und die machen sich ihre Gedanken: „Aha. Gilt für uns, aber nicht für Dich.“ Das Team fühlt sich nicht respektiert und wird in der Folge auch keinen Respekt zeigen.
Also kein: „Ich erwarte von Euch…“, sondern: „Wir machen das gemeinsam.“
Und das ist entscheidend.

Fragen zur Führung
An dieser Stelle beantworte ich jede Woche eine Frage aus meinen Trainings und Coachings. Wenn Ihr auch eine Frage zu Führung habt, schreibt mir an:
Ich bin Leiter meines eigenen Teams geworden. Eine Kollegin versucht ständig, mich für ihre Interessen einzuspannen. Was soll ich machen?
1. Die Kollegin hat die Rollendynamik nicht verstanden
Früher wart Ihr Kollegen und auf Augenhöhe.
Aber jetztDu bist Teamleiter und das bedeutet, Du bist nicht mehr Teil des Teams, Du stehst dem Team vor, auch ihr.
2. Sie versucht, die alte Beziehung als Druckmittel zu nutzen
Wenn Du dem nachgibst, verlierst Du Glaubwürdigkeit, nicht nur bei ihr, sondern dem ganzen Rest des Teams.
3. Sie testet Deine Autorität
Wenn Du jetzt nicht klare Grenzen setzt, wird sie Dich weiter testen, und andere werden es auch tun.
Also verschaffe Dir Klarheit über Deine Rolle, für Dich selbst.
Du bist nicht mehr Kollege, Du bist jetzt Führungskraft.
Das bedeutet:
- Du vertrittst nicht die Interessen einzelner Personen, sondern die des gesamten Teams
- Du kannst nicht bevorzugen, auch nicht aus Freundschaft
- Du musst fair sein, auch wenn das unbequem ist
Bist Du bereit, diese Rolle anzunehmen, auch wenn es bedeutet, dass sich die Beziehung verändert?
Wenn nicht, wirst Du keine gute Führungskraft sein.
Auf den Punkt gebracht:
Führung bedeutet fair sein, nicht nett sein.

