Was ist Konsequenz?

Neulich im Coaching haben wir über schwierige Mitarbeitergespräche gesprochen. Dabei haben wir die einzelnen Schritte für eine erfolgreiche Gesprächsführung behandelt, die mit einer einvernehmlichen Einigung den Abschluss findet. Am Ende kam die Frage aus dem Teilnehmerkreis:

„Aber ich muss dem Mitarbeiter doch auch noch die Konsequenz aufzeigen, was passiert, wenn er sich nicht an die Vereinbarung hält.“

Die Konsequenzen aufzeigen? Wirklich?

Denn was sie meinen, ist nicht Konsequenz, sondern Bestrafung.

Es gibt da einen klaren Unterschied:

Konsequenz = Das zwingende, logische Ergebnis aus einem Verhalten
Bestrafung = Vom Chef willkürlich verhängt

Ein Beispiel:

Deine Aufgabe ist es, Verbrauchsmaterialien nachzubestellen.
Du machst es nicht.

Die Konsequenz (logisch, zwingend):

  • Material ist aufgebraucht
  • Du und Deine Kollegen können Arbeiten nicht fertigmachen
  • Termine werden verschoben
  • Rechnungen werden nicht geschrieben
  • Umsatz verzögert sich

Das ist die natürliche Folge. Keine Willkür. Einfach Logik.

Die Bestrafung (willkürlich, vom Chef verhängt):

  • „Ich entziehe Dir die Verantwortung für diese Aufgabe“
  • „Du musst alle Kunden anrufen und ihnen erklären, warum wir die Termine nicht einhalten“
  • „Du bekommst eine Abmahnung“

Das ist nicht zwingend. Das ist eine Entscheidung des Chefs.

Viele Chefs tarnen Bestrafung als Konsequenz.

Was passiert, wenn Du Bestrafung als Konsequenz tarnst?

1. Du drückst Dich vor Verantwortung
„Das ist die Konsequenz“ klingt wie: „Ich habe keine Wahl, das passiert automatisch.“

Aber: Du hast eine Wahl. Du entscheidest, ob Du bestrafst oder nicht.

2. Du suggerierst dem Mitarbeiter: „Das ist unausweichlich“
„Das ist die Konsequenz und Du musst es hinnehmen.“

Aber es ist nicht unausweichlich. Es ist Deine Entscheidung.

3. Du zerstörst das Einvernehmen
Ihr habt ein gutes Gespräch geführt. Ihr habt gemeinsam eine Lösung gefunden. Ihr habt Euch geeinigt.

Und dann sagst Du: „Und wenn Du Dich nicht daran hältst, werde ich Dich bestrafen.“

Das killt alles.

Fragen zur Führung

An dieser Stelle beantworte ich jede Woche eine Frage aus meinen Trainings und Coachings. Wenn Ihr auch eine Frage zu Führung habt, schreibt mir an:

Wie werde ich in meiner Führungsrolle souverän?

Die Basis von Souveränität ist die Stimmigkeit meiner Person mit meiner Rolle.

Und das verursacht ein gutes Gefühl.

Wenn ich mich wohlfühle, empfinde ich Sicherheit und das bedeutet, ich habe Kontrolle über mich und damit habe ich eine gute Basis geschaffen, die Situation, in der ich mich gerade befinde steuern zu können.

Wie erlange ich Stimmigkeit mit meiner Rolle?

Neben dem Wissen um die Mechanismen von Führung, ist es ebenso wichtig, dieses Wissen auch anwenden zu können.

Die allerwichtigsten Komponenten sind jedoch zum einen die Haltung, das Mindset und meine Persönlichkeit.

Was heißt das konkret?

Haltung zu meiner Rolle:

  • Bin ich Führungskraft – oder Kumpel?
  • Bin ich verantwortlich – oder Opfer der Umstände?
  • Führe ich – oder koordiniere ich nur?

Persönlichkeit (Wer bin ich als Mensch?)

  • Charaktereigenschaften, die Führung unterstützen (oder erschweren)
  • Emotionale Reife
  • Selbstreflexion

Beispiele:

Eigenschaften, die Führung unterstützen:

  • Selbstbewusstsein (nicht Arroganz – sondern „Ich weiß, wer ich bin“)
  • Empathie (verstehen, was andere fühlen)
  • Geduld (Entwicklung braucht Zeit)
  • Klarheit (kein Geschwurbel)
  • Integrität (sagen, was man tut – tun, was man sagt)
  • Mut (auch unpopuläre Entscheidungen treffen)

Auf den Punkt gebracht:

Wissen ist die Grundlage, Können ist die Umsetzung, Haltung ist der Filter und Persönlichkeit ist das Fundament.

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