5. Folge Militärische Adaption: KISS im Militär

Es gibt einen Unterschied zwischen reden und kommunizieren.

Reden kann jeder. Aber kommunizieren und das klar, präzise und ohne Missverständnisse ist eine Kunst.


Aber oft wird nicht klar kommuniziert, sondern geschwurbelt.

  • Weil man sich nicht festlegen will 
  • Weil man niemanden vor den Kopf stoßen will
  • Weil man nicht autoritär wirken will


Die Folge von Geschwurbel ist, dass niemand weiß, was zu tun ist. Niemand handelt. Nichts passiert.

Ein Pilot im Luftkampf hat keine Zeit für:
„Ich habe visuellen Kontakt zu einer feindlichen Maschine auf meiner Sechs-Uhr-Position aufgenommen und möchte Sie darüber informieren, dass unmittelbare Gefahr besteht.“

Er sagt: „Bandit, 6 o’clock!“

Drei Worte. Und jeder weiß sofort:

  • Bandit = Feind
  • 6 o’clock = direkt hinter mir

Keine Erklärung nötig. Keine Nachfragen. Handeln.

Das ist der Brevity Code, also militärische Kommunikation auf den Punkt gebracht.

Und das Prinzip ist KISS – Keep It Simple and Stupid

Damit wird ohne Zeitverlust Klarheit geschaffen. Und das bedeutet

  • Sag, was passieren soll (nicht: „vielleicht sollten wir“)
  • Sag, bis wann es passieren soll (nicht: „es müsste mal“)
  • Sag, wer es tun soll (nicht: „jemand müsste mal“)

Aber halt, ist das nicht autoritär? 

Autoritär ist: „Du machst das jetzt so, wie ich es sage. Punkt.“

Klar ist: „Das ist das Ziel. Du entscheidest, wie Du es erreichst.“

Statt Bevormundung gibst Du Orientierung.

Fragen zur Führung

An dieser Stelle beantworte ich jede Woche eine Frage aus meinen Trainings und Coachings. Wenn Ihr auch eine Frage zu Führung habt, schreibt mir an:

Meine Teamleiterin ist bei Stress schnell überfordert, trifft dann wenig sinnvolle Entscheidungen und findet nicht mehr den passenden Ton, auch den Kunden gegenüber. Wie kann ich ihr helfen, ohne sie bloß zu stellen?

Du bist die Vorgesetzte der Teamleiterin.

Das bedeutet:

  • Du bist verantwortlich für ihre Leistung
  • Du bist verantwortlich für das Team (das sie führt)
  • Du bist verantwortlich für die Kunden (die sie betreut)

Deine Aufgabe ist es

  • Ihr zu helfen, damit umzugehen
  • Aber auch klarzustellen, dass das nicht akzeptabel ist (weil es dem Team und den Kunden schadet)

Das heißt, Du musst sie führen, um ihr daraus zu helfen. Das wird heikel sein. 

Denn ihr Selbstbild wird nicht mit Deiner Botschaft übereinstimmen. Daher ist die Gefahr groß,  dass sie abblockt.

Die folgenden 6 Schritte sind Dein roter Faden für ein erfolgreiches Gespräch und der Anstoß für einen gelingenden Prozess.

1. Terminieren & vorbereiten
Gespräch ankündigen, Thema benennen, selbst vorbereiten – keine Überrumpelungen

2. Situation beschreiben
Fakten auf den Tisch: Zahlen, Daten, konkrete Beobachtungen – keine Interpretationen

3. Ich-Botschaft senden
„Das bedeutet für mich…“ statt „Du machst…“ – Wirkung beschreiben, nicht anklagen

4. Perspektive einholen
„Wie siehst Du das?“ – Zuhören, verstehen, Raum geben für die andere Sicht

5. Lösung erarbeiten
Gemeinsam entwickeln oder Lösung vorstellen und Weg dorthin zusammen gestalten

6. Umsetzung festlegen
Konkret werden: Wer macht was bis wann? Nächster Check-in-Termin vereinbaren

Auf den Punkt gebracht:

Vorbereitung und Reflexion ist die Basis des Erfolges.

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